Die terrestrische Verbreitung von Fernsehprogrammen erfolgt seit dem 25. November 2008 ausschliesslich über den digitalen DVB-T-Standard. In Baden-Württemberg wurden die Umstellungen in mehreren Schritten zwischen Mai 2006 und November 2008 vollzogen.

Empfangbarkeit: Abhängig von der Entfernung zum Sender und der Topografie kann für den DVB-T-Empfang eine kleine Zimmerantenne (Sichtverbindung zum Sender), eine Aussenantenne oder eine Dachantenne notwendig sein. In sehr schwierigen Empfangslagen (Tallagen) kann evtl. auch gar kein Empfang mehr möglich sein - es gibt keine flächendeckende terrestrische Versorgung mehr. In diesem Fall bleibt nur noch der Empfang über Kabel oder Satellit.

Antennen: Dachantennen müssen auf einen der DVB-T-Sender ausgerichtet werden. Falls keine Sichtverbindung zu einem dieser Sender besteht oder grössere Hindernisse dazwischen liegen, kann auch indirekter Empfang möglich sein. D.h. das Signal wird evtl. über einen gegenüberliegenden Berghang reflektiert und ist dann aus dieser Richtung empfangbar.

Füllsender: Die mehreren hundert Füllsender, die bisher den einwandfreien Empfang für einzelne Gemeinden sichergestellt haben, wurden ohne Ausnahme abgeschaltet. Beim digitalen Übertragungsverfahren sind diese nicht mehr notwendig, da Reflektionen der Signale sich nicht mehr verschlechternd (Geisterbilder etc.) sondern empfangsverbessernd auswirken.

Empfangsgeräte: Sofern Ihre Fernsehgeräte noch nicht für DVB-T vorbereitet sind, benötigen Sie eine Set-Top-Box. Dieses Gerät wandelt das digitale Signal wieder in ein für Ihr Fernsehgerät verständliches, analoges Signal um. Gleiches gilt für Aufzeichnungsgeräte, wenn diese über ein eigenes Empfangsteil verfügen. Für Computer gibt es USB-Sticks und Steckkarten für den DVB-T-Empfang.

Ebenso gibt es Taschenempfänger und Mobiltelefone, welche den Fernsehempfang in Sendernähe ohne grossen Antennenaufwand ermöglichen. In grösserer Entfernung zu den Senderstandorten ist der Empfang damit jedoch eher Glückssache.

Bildqualität: Gegenüber einem störungsfreien Analogsignal (z.B. in Sendernähe) hat sich die Bildqualität verschlechtert. Der Grund liegt in der bei der digitalen Übertragung notwendigen Komprimierung des Bildsignals, bei der über aufwändige mathematische Verfahren die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Inhalte weggelassen werden. Allerdings ist in bestimmten Bildsituationen und bei genauem Hinsehen der Unterschied deutlich zu bemerken (Klötzchenbildung, Unschärfe). Bildrauschen und Geisterbilder durch Reflektionen gehören jedoch der Vergangenheit an. Das Bild wird deshalb subjektiv als hochwertiger empfunden. Programme in der hochauflösenden HD-Qualität werden in Deutschland nicht über DVB-T ausgestrahlt und es gibt auch keine Planung hierfür. HD-Programme stehen ausschliesslich über digitalen Kabel- bzw. Satellitenempfang (DVB-C/DVB-S) zur Verfügung.

 

Programmangebot: Statt der früher analog ausgestrahlten drei Programme können über DVB-T zwölf öffentlich-rechtliche Programme empfangen werden. Private Programme sind in Baden-Württemberg nicht im Programmangebot vertreten, jedoch strahlt die RTL-Gruppe am Standort Stuttgart ein zusätzliches Programmbouquet aus, welches jedoch verschlüsselt ist und einen speziellen Receiver erforderlich macht.